Beiträge mit dem Tag „Kamingespräch“

Lennart Domnick (2. von links) begrüßt Hartmut Golücke und die Teilnehmer des Projektes zum dritten Kamingespräch.
Als letzter Gast in der Reihe besuchte der stellvertretende Landrat Hartmut Golücke die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes „5 unter 25“ am Kamin im Haus Wiesenhof in Bünde und schaffte damit den Sprung von der Bundes- und Landes- hin zur Kommunalpolitik.
Das Projekt „5 unter 25“ der SPD und der Jusos im Kreis Herford ermöglicht jungen Menschen einen Einblick in die Politik und die Arbeit der SPD vor Ort im Kreis Herford.
„Eigentlich gehöre ich ja nicht so richtig in die Reihe der anderen Kamingäste, ich habe ja, wenn man so will, als Feierabendpolitiker keine politische Karriere gemacht“, sagt Hartmut Golücke zu Beginn des Gesprächs. Golücke ist zwar schon in jungen Jahren in die SPD eingetreten, jedoch erst mit 46 Jahren Mitglied des Kreistages geworden. Dort bekleidet er seit 2004 das Amt des stellvertretenden Landrats. „Ich bin 1973 in die SPD eingetreten, weil mich die Ostpolitik Willy Brandts inspirierte und weil ich nach dem gescheiterten Misstrauensvotum der CDU Flagge zeigen wollte“, so Golücke. Auf die Frage nach seinem bewegendsten politischen Erlebnis berichtet Golücke dann auch vom Tag des Rücktrittes von Willy Brandt nach der Guillaume-Affäre.
Auf Interesse der Teilnehmer stießen auch im Allgemeinen die Aufgaben des Kreises Herford mit seiner Kreisverwaltung und die Entscheidungsmöglichkeiten des Kreistages. „Mir war vorher gar nicht bewusst, was im Kreistag alles entschieden wird und welche Aufgaben der Kreis Herford übernimmt“, resümiert Jan Rolfes, Teilnehmer aus Herford. Zum Abschluss der Kamingesprächsreihe im Projekt „5 unter 25“ fasst die 16Jährige Teilnehmerin Lilli Wede aus Enger zusammen: „Ich bin sehr froh, dass wir durch die Kamingespräche mit Politikern der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik diskutieren konnten und so einen Einblick in ihre Arbeit bekommen haben.“
Hannelore Kraft zu Gast am Kamin des Projektes „5 unter 25“

Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin NRW und Landesvorsitzende der NRW SPD, beim Kamingespräch mit den Teilnehmern des Projektes „5 unter 25“.
Es war ein außergewöhnlicher Abend in Herford für die jungen Teilnehmer des Projektes „5 unter 25“, denn es ist doch nicht alltäglich, mit der Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens gemütlich zu diskutieren. „Es ist einer unser Höhepunkte des ganzen Projektes“, wie Julian Frohloff als Teil der Projektleitung feststellte. Knapp zwei Stunden diskutierten die jungen Leute mit Hannelore Kraft über ihren politischen und persönlichen Werdegang, als auch über den Beruf des Politikers im Allgemeinen. Keine dieser Fragen blieb unbeantwortet. „Die Frau ist unglaublich sympathisch!“, stellte Jannik Meyer (21), Projektteilnehmer, nach dem Gespräch begeistert fest.
Auf die Frage nach ihren Arbeitszeiten antwortete sie: „Die 40-Stunden-Woche habe ich am Dienstagabend rum und zur Zeit bekomme ich für jeden Abend etwa 30 Einladungen von den verschiedensten Organisationen und Personen“, so Hannelore Kraft. Als politische „Quereinsteigerin“ hätte sie nie daran gedacht, einmal Berufspolitikerin zu werden. Dennoch schaffte sie es und gab den Teilnehmern wertvolle Ratschläge für ihre politische Zukunft. „Kontaktfreude, Flexibilität und Geduld sind Grundvoraussetzungen, um erfolgreich Politik machen zu können“, so Kraft.
Nicht nur Quereinsteiger, auch junge Leute haben es gerade in Parteien schwer, gehört zu werden und neue Ideen einzubringen. Auch Hannelore Kraft hat diese Erfahrungen in Mühlheim gemacht. Den jungen Teilnehmern und potentiellen neuen Mitglieder der SPD gab sie mit auf den Weg, dass gerade „die Dinosaurier zuerst aussterben!“ „Ihr jungen Leute könnt heute viel mehr bewegen und neue Ideen in die Politik einbringen.“
„Für mich hat der Abend gezeigt, mit welcher Freude Hannelore Kraft Politik macht“, so der 15Jährige Daniel Moradi-Kahlou aus Bünde.
Besonders lobende Worte fand Hannelore Kraft, die auch Landesvorsitzende der SPD in NRW ist, für das Projekt „5 unter 25“. „Ich bin nach Herford gekommen, weil das Projekt gut ist und jungen Menschen Politik näher bringt. Es hat einen Vorbildcharakter für die SPD in ganz Nordrhein-Westfalen. Ich wünsche der Projektleitung mit Julian Frohloff, Ann Christin Klute und Jan-Philipp Schnier, sowie allen Teilnehmern weiterhin viel Spaß und viele Einblicke in die Politik“, so Kraft.
Zum Abschluss des Abends überreichten die heimischen Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Angela Lück der Ministerpräsidentin ein Präsent als Erinnerung an das außergewöhnliche Gespräch am Kaminfeuer.
Marc Herter zu Gast am Kamin des Projektes „5 unter 25“

Marc Herter, parlamentarischer Geschäftsführer SPD-Landtagsfraktion NRW, in der Diskussion mit den Teilnehmern des Projektes „5 unter 25“.
Als erster fand Marc Herter, der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion NRW, den Weg an den Kamin des Projektes „5 unter 25“ der SPD und der Jusos im Kreis Herford. Die jungen Teilnehmer hatten nun die Gelegenheit, alle Fragen, die sie an einen Politiker haben, zu stellen. Zunächst musste jedoch das Kamingespräch mit einer sogenannten „Dinnerspeech“ eröffnet werden: „Das erste Kamingespräch hat Franklin D. Roosevelt 1933 über das Radio zum Thema Bankenkrise gehalten. Da dieses Thema auch heute aktuell ist, stehen wir in dieser Tradition der Kamingespräche. In Roosevelts Sinne wünsche ich uns einen fruchtbaren Dialog“ so der 24-jährige Teilnehmer Jan Rolfes aus Herford.
Den meisten schienen Fragen zur Person Marc Herter und zu seinem politischen Werdegang am Herzen zu liegen. Die SPD als Partei ist dabei für Marc Herter der richtige Ort, sich politisch zu engagieren. Resümierend zieht Herter das Fazit, dass „vor allem die politische Karriere, also der Werdegang, nicht planbar ist“, da alles „meistens anders kommt als man denkt.“
Mit 37 Jahren hat Marc Herter schon einen erstaunlichen Werdegang hinter sich (siehe Infokasten), der in seiner Wahl zum parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Landtag im letzten Jahr seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.
Im Verlauf des Dialogs gab Herter einen detaillierten Einblick in seinen Arbeitsalltag: „Politik ist kein typischer ‚9 to 5 Job‘, der Übergang zwischen Beruf und Ehrenamt ist fließend“, so Herter. Aber auch um inhaltliche Themen und die Arbeit der Koalition ging es bei den Fragen der Teilnehmer und so bekamen die Anwesenden einen tiefen Einblick in die Arbeit der Landtagsfraktion und in die Verhandlungen zum Koalitionsvertrag der Minderheitsregierung. „Gibt es den auch etwas Lustiges oder Kurioses zu erzählen?“ fragte Patrick Bruns (18), der gemeinsam mit Moritz Mesterheide (16) das Kamingespräch moderierte. „Wir haben immer viel Spaß, wir sind eine fröhliche Koalition und haben Freude am Gestalten, trotz der Rahmenbedingungen der Minderheitsregierung“, sagt Herter mit einem Schmunzeln.
Zum Abschluss übergab der heimische Landtagsabgeordnete Christian Dahm seinem Kollegen im Düsseldorfer Landtag noch ein einen roten Tropfen und das Herforder Stadtwappen aus Schokolade mit auf den Weg.
Information:
Marc Herter Werdegang
- Geb. 06.06.1974 in Hamm
- Rechtswissenschaftsstudium
- 1991 Eintritt in die SPD
- 1993 Vorsitzender der Jusos Hamm
- 2000-2004 Vorsitzender der NRW Jusos
- seit 2006 stellv. Vorsitzender der NRW SPD
- 2009 Einzug in den Landtag NRW
- 2010 Wahl zum parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion NRW


Di, 13.03.2012
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