Beiträge mit dem Tag „Herford“
Projektteilnehmer simulieren Herforder Ratssitzung

Projektteilnehmer schnuppern Ratsluft im historischen Herforder Ratssaal. (Hinten von links): Moritz Tanner, Patrick Bruns, Lennart Domnick, Enes Akdeniz, Moritz Mesterheide, Benjamin Moradi-Kahlou; (Mitte von links): Jan-Philipp Schnier, Ann Christin Klute, Jan Rolfes, Julian Frohloff, Lilli Wede; (Vorne von links): Jannik Meyer, Daniel Moradi-Kahlou, Vanessa Pohl, Bastian Steinhagen
Eine ungewohnte Situation: Junge Menschen nehmen auf den Sitzen der Ratsmitglieder platz und diskutieren über aktuelle kommunalpolitische Themen der Kommunen im Kreis Herford.
Am vergangenen Mittwoch war es Zeit für einen weiteren Höhepunkt des Projektes „5 unter 25“ der SPD und der Jusos im Kreis Herford. „Es war etwas Besonderes, auf dem Stuhl des Bürgermeisters zu sitzen und eine simulierte Ratssitzung zu leiten“, so der Herforder Jan Rolfes, der das Amt des Bürgermeisters übernahm. In den knapp 2 ½ Stunden diskutierten die Teilnehmer Themen aus den letzten Jahren der Kommunalpolitik im Kreis Herford, die auch heute immer noch aktuell sind. So stand eine Debatte über den Neubau eines Fahrradweges durch einen Wald, die Renovierung eines Freibades, sowie die Debatte über Mensen an Schulen auf der Tagesordnung. „Mensen bräuchten Schulen unbedingt, da man seinen Nudeleintopf nicht im Chemieraum essen sollte“, stellte der Bünder Moritz Mesterheide fest, der den Fraktionsvorsitz der FDP übernommen hatte. Am Ende einer aufregenden Debatte konnte wegen einer Pattsituation, d.h. wegen einer gleichen Stimmenanzahl für beide Seiten, kein Beschluss gefasst, sodass es in der Simulation zeitnah keine Mensen geben wird. Einseitiger fielen die Entscheidungen zum Radweg und zur Freibadrenovierung aus. „Die Freibadrenovierung muss auf der einen Seite kostensparend und auf der anderen Seite zukunftsweisend sein, da wir sonst Schiffbruch erleiden“, so der Engeraner Bastian Steinhagen, der die Meinung der SPD-Fraktion vertrat.
Neben diesen aufreibenden Themen wurden auch Bauleitpläne und Sachstandsberichte behandelt, sodass die jungen Teilnehmer einen Einblick in die Arbeit von Kommunalpolitikern bekamen. „Uns war es wichtig, eine so realistische Situation wie möglich zu schaffen, um zu zeigen, wie die Arbeit in Stadt- und Gemeinderäten funktioniert“, so die Projektleitung, bestehend aus Ann Christin Klute, Jan-Philipp Schnier und Julian Frohloff, die allesamt als Verwaltungsvertreter bei der Simulation fungierten.
Hannelore Kraft zu Gast am Kamin des Projektes „5 unter 25“

Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin NRW und Landesvorsitzende der NRW SPD, beim Kamingespräch mit den Teilnehmern des Projektes „5 unter 25“.
Es war ein außergewöhnlicher Abend in Herford für die jungen Teilnehmer des Projektes „5 unter 25“, denn es ist doch nicht alltäglich, mit der Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens gemütlich zu diskutieren. „Es ist einer unser Höhepunkte des ganzen Projektes“, wie Julian Frohloff als Teil der Projektleitung feststellte. Knapp zwei Stunden diskutierten die jungen Leute mit Hannelore Kraft über ihren politischen und persönlichen Werdegang, als auch über den Beruf des Politikers im Allgemeinen. Keine dieser Fragen blieb unbeantwortet. „Die Frau ist unglaublich sympathisch!“, stellte Jannik Meyer (21), Projektteilnehmer, nach dem Gespräch begeistert fest.
Auf die Frage nach ihren Arbeitszeiten antwortete sie: „Die 40-Stunden-Woche habe ich am Dienstagabend rum und zur Zeit bekomme ich für jeden Abend etwa 30 Einladungen von den verschiedensten Organisationen und Personen“, so Hannelore Kraft. Als politische „Quereinsteigerin“ hätte sie nie daran gedacht, einmal Berufspolitikerin zu werden. Dennoch schaffte sie es und gab den Teilnehmern wertvolle Ratschläge für ihre politische Zukunft. „Kontaktfreude, Flexibilität und Geduld sind Grundvoraussetzungen, um erfolgreich Politik machen zu können“, so Kraft.
Nicht nur Quereinsteiger, auch junge Leute haben es gerade in Parteien schwer, gehört zu werden und neue Ideen einzubringen. Auch Hannelore Kraft hat diese Erfahrungen in Mühlheim gemacht. Den jungen Teilnehmern und potentiellen neuen Mitglieder der SPD gab sie mit auf den Weg, dass gerade „die Dinosaurier zuerst aussterben!“ „Ihr jungen Leute könnt heute viel mehr bewegen und neue Ideen in die Politik einbringen.“
„Für mich hat der Abend gezeigt, mit welcher Freude Hannelore Kraft Politik macht“, so der 15Jährige Daniel Moradi-Kahlou aus Bünde.
Besonders lobende Worte fand Hannelore Kraft, die auch Landesvorsitzende der SPD in NRW ist, für das Projekt „5 unter 25“. „Ich bin nach Herford gekommen, weil das Projekt gut ist und jungen Menschen Politik näher bringt. Es hat einen Vorbildcharakter für die SPD in ganz Nordrhein-Westfalen. Ich wünsche der Projektleitung mit Julian Frohloff, Ann Christin Klute und Jan-Philipp Schnier, sowie allen Teilnehmern weiterhin viel Spaß und viele Einblicke in die Politik“, so Kraft.
Zum Abschluss des Abends überreichten die heimischen Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Angela Lück der Ministerpräsidentin ein Präsent als Erinnerung an das außergewöhnliche Gespräch am Kaminfeuer.
Angela Lück und Christian Dahm empfangen die Teilnehmer des Projektes „5 unter 25“
Kreis Herford / Düsseldorf: Eine Fahrt zum Düsseldorfer Landtag stand als erster großer Programmpunkt auf der Agenda des Projektes „5 unter 25“ der SPD und der Jusos im Kreis Herford. Hierzu eingeladen hatten die Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Angela Lück.
„Ich war sehr überrascht wie leer und ruhig das Landtagsgebäude an einem Samstag ist. Wir konnten zwar keine Minister sehen, dafür aber den Plenarsaal in Augenschein nehmen“, so die 16jährige Karina Nass aus Hiddenhausen. Im Anschluss erfolgte eine lebhafte Diskussionsrunde mit den beiden Abgeordneten aus dem Kreis Herford im SPD-Fraktionssaal. Auf besonderes Interesse der Gäste stießen die jeweiligen politischen Werdegänge und das lustigste Erlebnis, welches beide Landespolitiker im Laufe ihrer Zeit im Landtag erlebt hatten.
„Es ist ein toller Eindruck festzustellen, wie normal und zugleich hektisch der Ablauf hier im Landtag ist“, stellt der 18jährige Steffen Oehler fest. Anlass hierzu gab die Erzählung Christian Dahms, wie es nach seiner Rede zum Thema Castortransporte zum ersten Hammelsprung seit den 1990er Jahren gekommen ist. Beim Hammelsprung müssen alle Abgeordnete nacheinander durch eine der drei Türen in den Plenarsaal treten. Eine Tür steht dabei für ‚Ja’, eine für ‚Nein’ und die dritte für ‚Enthaltung’ zur jeweiligen Abstimmung.
Im Anschluss besuchte die Gruppe noch das WDR Studio in Düsseldorf. Dort konnte ein Einblick in die Produktion von Radio- und Fernsehsendungen gewonnen werden. Aber auch die freie Erkundung der Landeshauptstadt Düsseldorf mit ihrer Altstadt sollte an diesem Tag nicht zu kurz kommen.


Do, 26.04.2012
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